09.02.2011
SPÖ-ÖVP-Klubenquete
Zukunftsinvestitionen in Umwelt, Bauen & Wohnen
Das Parlament platzte am 3. 2.2011 „aus allen Nähten“ – mehr als 460 Fachinteressierte aus ganz Österreich waren dabei, um über „Zukunftsinvestitionen in Umwelt, Bauen und Wohnen“ zu diskutieren. Es war dies die größte Beteiligung an einem Thema in der 2. Republik.
Dass der Themenkomplex „Umwelt, Bauen, Wohnen, Raumwärme, Planung, Förderungen“ 460 Interessierte + Experten in den Plenarsaal des Parlaments versammelt, was es so in der 2. Republik noch nicht gab, hätten sich die Verantwortlichen der SPÖ-ÖVP-Klubenquete, die unter maßgeblichen Engagements von NR-Abg. Josef Muchitsch möglich wurde, wohl nicht gedacht.
Der Einladung zur Enquete, die unter dem Thema „Zukunftsinvestitionen in Umwelt, Bauen & Wohnen“ stand, folgten auch die zuständigen Regierungsmitglieder Mitterlehner, Berlakovich, Hundstorfer, Schieder, sowie die beiden Klubobmänner Cap und Kopf, zahlreiche Abgeordnete und Bereichssprecher.
Wohnbauförderung, thermische Sanierung: Zu wenig Mittel
Vor allem die Wohnbauförderung, die thermische Sanierung, aber auch noch fehlende Maßnahmen zur Förderung der heimischen Wirtschaft bzw. Erreichung er Kyoto-Ziele waren Hauptinhalt der RednerInnen.
Denn mittlerweile werden in Österreich jedes Jahr 10.000 Wohnungen weniger fertig gestellt, als benötigt, warnten Vertreter der gemeinnützigen Bauvereinigungen bei der Enquete im Parlament. Denn in fast allen Bundesländern wurden die Mittel für die Wohnbauförderung gekürzt.
Auch die Direktförderungen für energieeffiziente Maßnahmen wurden bzw. werden in manchen Bundesländern gekürzt. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft.
Mag. Andrea Dober vom Verband Austria Solar (vereint 90 % der Solarthermie-Unternehmen in Österreich; 500 Mio EUR Umsatz) wies in ihrer Rede z. B. darauf hin, dass das Solarthermie-Potenzial in Österreich bei weitem noch nicht ausgeschöpft sei; und die heimischen Betriebe auch einen starken Heimmarkt benötigen. Die 6.200 Beschäftigen, die es 2009 in Österreich „noch“ waren (rund 1.000 Beschäftigte weniger gegenüber 2008) müssen für den Export produzieren (75 % Exportquote), weil der Heimmarkt schwächelt.
„Kein Fördergeld ohne qualifizierte Planung“, lautet die Forderung von Architekt Dunkl, der bei der ganzen Debatte auch den Faktor Schönheit + Wohlfühlen vermisste – zwei elementare Faktoren beim Bauen.
Weitere lesenswerte Infos zur Klubenquente sowie die Video-Live-Übertragung dieser Enquete findet man auf dem „Umwelt-Bauen“-Portal.
www.umwelt-bauen.at
EH