07.04.2014
ÖGUT-Umweltpreis

Beste Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet

Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) zeichnete Ende März 2014 wieder die besten Nachhaltigkeitsprojekte mit dem ÖGUT-Umweltpreis aus. Die sechs PreisträgerInnen können sich über ein Preisgeld von insgesamt 21.000,- Euro freuen.

„Es wird immer dringlicher, einen fundamentalen Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu schaffen. Mit Verordnungen von oben alleine ist dies nicht möglich – wir brauchen Lösungen auf allen Ebenen – Unternehmen, Gemeinden, private Initiativen, Wissenschaft etc.“, so Monika Auer, Mitglied der Geschäftsleitung der ÖGUT, „die ÖGUT versteht sich hier mit dem Umweltpreis als Unterstützerin und Multiplikatorin.“
Insgesamt 21.000,- Euro stellten Unternehmen und öffentliche Hand als Preisgeld für den 28. ÖGUT-Umweltpreis zur Verfügung. Die Entscheidung über die Auszeichnungen für alle Kategorien trafen zwei unabhängige Jurys mit ExpertInnen aus Wirtschaft, Verwaltung und Umwelt.

Der 28. ÖGUT Umweltpreis
In der Kategorie „Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement“ wurde heuer das Wohnprojekt VinziRast-mittendrin ausgezeichnet. Das Wiener Pilotprojekt im Bereich „gemeinschaftliches Wohnen“ wurde von Studierenden der Universitäten in Wien initiiert und von der Vinzenzgemeinschaft St. Stephan und dem Architekturbüro gaupenraub+/- gemeinsam umgesetzt. In einem umgebauten und erweiterten Biedermeierhaus im 9. Bezirk leben und arbeiten erstmals Studierende der Universitäten in Wien zusammen mit ehemals obdachlosen Menschen. Das Preisgeld von 2.500,- Euro wurde vom Lebensministerium zur Verfügung gestellt.
In der Kategorie „Zukunftsfähiger Materialeinsatz in der Produktion“ hat die biogene Verpackung: Bio-Netzschläuche aus Zellulose des Verpackungszentrums Graz die Jury überzeugt. Mit dem Einsatz von biogenen Verpackungen werden nicht nur fossile Ressourcen geschont, sondern auch Werkstoffe in Umlauf gebracht, die biologisch abbaubar sind. Die prämierten Netzschläuche sind bereits in den Supermarktregalen von wichtigen Handelsketten zu finden und allein im ersten Jahr konnten so 3,2 t Plastik eingespart werden. Das Preisgeld von 5.000,- Euro wurde von Coca Cola Hellenic Österreich und The Coca Cola Company zur Verfügung gestellt.
Das Mobilitätskonzept der Gemeinde Krenglbach (Oberösterreich) wurde mit dem Preis der Kategorie “Nachhaltige Kommune“ ausgezeichnet. Die Mobilcard Krenglbach ist ein österreichweit einzigartiges Pilotprojekt für eine umfassende nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum. Aspekte des Klimaschutzes werden genauso berücksichtigt wie die ökonomische Stärkung der Region und die Sicherung der Mobilität für Jung und Alt. Das Preisgeld von 3.500,- Euro wurde vom Österreichischen Städtebund zur Verfügung gestellt.
Der Preis in der Kategorie „Frauen in der Umwelttechnik“ ging dieses Jahr an Bauingenieurin Azra Korjenic. Azra Korjenic arbeitet als Hochschullehrerin und Forscherin am Institut für Hochbau und Technologie an der TU Wien. Umweltaspekte sind für die gebürtige Bosnierin ganz besonders entscheidend. „Die Bauphysik kann viel dazu beitragen, innovative, nachhaltige Gebäude zu errichten“ ist Azra Korjenic überzeugt. Das beginnt schon bei der Auswahl passender, nachhaltiger Baumaterialien und reicht bis zur Begrünung von Höfen und Fassaden oder dem Einbau von Photovoltaikanlagen. Das Preisgeld von 5.000,- Euro wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zur Verfügung gestellt.
In der neuen Kategorie „Stadt der Zukunft“ wurde das Projekt „+ERS - Plusenergieverbund Reininghaus Süd“ (Graz, Steiermark) ausgezeichnet. Das Demonstrationsprojekt will wirtschaftlich umsetzbare, technisch und organisatorisch innovative Lösungen für Plusenergieverbundkonzepte der Zukunft schaffen. Zentral hier das Konzept des Energieverbundes von Objekten, d.h. der Austausch von Energie zwischen den unterschiedlich genutzten Bauteilen: mit Wohn-, Geschäfts- und Bürobereichen benötigen die einzelnen Teile zu unterschiedlichen Zeiten ihre Energie-Spitzenwerte, und dank ausgeklügelter Technik wird diese Energie zwischen den Gebäudeteilen ausgetauscht. Das Preisgeld von 5.000,- Euro wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie mit dem Programm Haus der Zukunft Plus und der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) zur Verfügung gestellt.
Das Lernspiel „100 gewinnt“ wurde mit dem Biorama Sonderpreis ausgezeichnet. Das Spiel wurde von der Initiative„ein guter Tag hat 100 Punkte“, (Integral Ruedi Baur, Zürich und der Kairos Wirkungsforschung & Entwicklung gGmbH, Bregenz) entwickelt. In spielerischer Art und Weise wird Bewusstsein für die Klimarelevanz alltäglicher Handlungen geschaffen. Gleichzeitig wird Interesse geweckt, sich weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Nähere Informationen zu den nominierten Projekten und PreisträgerInnen finden sich auf der ÖGUT-Website zum Download.

www.oegut.at