11.02.2010
Studie
Unfähiges Management + Emotionales: Hauptgründe für Firmenpleiten
Finanzierungsprobleme sind es nur auf den ersten Blick – eigentliche Hauptursache für Firmenkrisen oder -pleiten sind in erster Linie unfähiges Management und menschlich/psychologische Faktoren. So das Ergebnis einer Studie von Elias-Management.
Die (Firmen-)Sanierungsspezialisten der Elias Management- und Beratungs-GmbH mit Sitz in Linz, München und Prag hat 133 Fälle, in denen das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren gerufen wurden, untersucht und die Ursachen erhoben, warum die jeweiligen Unternehmen in Existenz bedrohende Schieflagen geraten sind.
Dabei haben die Sanierungsspezialisten nach 29 Kriterien als Ursachen für Krisen und Insolvenzen gesucht. Und gefunden.
Gründe für Krisen
Einige Kriterien, die Auslöser von Krisen sein können:
- Nichterkennen von Trends und Marktentwicklungen
- Finanzierungsschwierigkeiten oder ungeeignete Finanzstrukturen
- Vertrauensbruch mit dem Kapitalgeber
- Managementfehler (mangelnde Qualifikation, Veränderungsbereitschaft oder fehlende Managementstrukturen)
- Menschliche Probleme (Sex & Drugs & Alcohol, Hang zu Illegalität oder Streitigkeiten unter den Gesellschaftern, fehlende Mitarbeitermotivation).
In nahezu allen Krisenfällen gibt es freilich nicht nur einen singulären Grund dafür, warum ein Unternehmen in Schieflage gerät. Zumeist führt ein Mix aus Ursachen Firmen an den Rande der oder sogar in die Insolvenz.
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Demotivierte Mitarbeiter sind meist nicht nur das Ergebnis von Firmenpleiten, sondern oft genug auch Auslöser für Krisen in Unternehmen. |
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Bild: E. Hermann |
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Finanzierungsstruktur als Einzelursache am häufigsten
Betrachtet man die einzelnen Krisenursachen alleine, so führt als Einzelursache die ungeeignete Finanzierungsstruktur die Liste mit großem Vorsprung an.
- In 46 der 133 von Elias durchgeführten Sanierungsfälle war die ungeeignete Finanzierungsstruktur einer der Auslöser für die Unternehmenskrise. Andere Gründe folgen mit großem Abstand.
- In 26 Fällen wurde eine Strategiekrise nicht erkannt, was für den zweiten Platz im Ursachenranking sorgt.
- In immerhin 25 Fällen (Platz 3) waren Streitigkeiten unter den Gesellschaftern ein Grund für die Schieflage der Firma,
- 23 Mal war die schlechte Qualifikation des Managements Krisenauslöser
- in 21 Fällen waren Vertrauensbruch mit dem Kapitalgeber und
- in 20 Fällen war das Gesellschaftermodell nicht mehr tragbar.
Ex-aequo auf Platz 7 folgt bereits der Generationenkonflikt: In jeweils 19 Fällen waren es die ungelöste Nachfolge oder die Tatsache, dass die alte Generation sich an die Führung klammerte, eine der Ursachen für die Krise des Unternehmens. Detail am Rande: In gleich zehn Fällen war es der Hang zur Illegalität bei Firmeninhabern und Managern, der das Unternehmen in ernste Probleme brachte, in immerhin noch sechs Causen (und damit fast fünf Prozent der Firmenkrisen) war es der Hang des Firmenchefs zum Lotterleben, also anders ausgedrückt „Sex & Drugs &Alcohol“.
Krisenauslöser: Managementfehler und menschliche Probleme
Allerdings: wenn man die einzelnen Auslöser von Krisen in Cluster zusammenfasst, dreht sich das Bild völlig. Dann zeigt sich, dass in erster Linie Managementfehler gefolgt von menschlichen Problemen die Hauptgründe für Firmenpleiten und Unternehmenskrisen darstellen. Bei den 133 Unternehmen in der Krise, zu denen die Experten von Elias gerufen wurden, kommen die verschiedenen Managementfehler gleich 265 Mal als einer der Gründe für die Schieflage der Firma vor.
Immerhin 157 Mal ist die reine Emotion einer der Ursachen für die Krise.
113 Mal kam bei den 133 Firmen in der Krise der Markt als Ursache für die Probleme vor - von Branchenkrisen bis zum Technologiewandel.
Erst an letzter Stelle mit 94 einzelnen Nennungen folgen dann Probleme mit den Unternehmensfinanzen. Elias-Geschäftsführer Anton Stumpf: „Diese Untersuchung, die zweifelsohne ein Abbild der österreichischen und zentraleuropäischen Firmenlandschaft ist, zeigt eindeutig, dass es vermeidbare Fehler sind, die Unternehmen in die Krise führen. Denn: schlechtes Management kann ich austauschen, Firmeninhaber können sich selbst weiterbilden und Experten von außen holen. Persönliche Eitelkeiten der Gesellschafter und Streit lassen sich bei einem Mindestmaß an Intelligenz und der Realisierung der Folgen vermeiden“.
Stumpf betont, dass sich auch Veränderungen am Markt so frühzeitig abzeichnen, dass ein einigermaßen fähiges Management genug Zeit hat, darauf zu reagieren. Stumpf: „Und auf der Finanzierungsseite muss ich halt von vorneherein schauen, wer meine Partner sind“.
www.elias.at
Eh