Energiesparmesse 2012
25.05.2010
Photovoltaik

Petition für (mehr) Sonnenstrom in Österreich

Die Reform des österreichische Ökostromgesetzes ist notwendig – der Bundesverband Photovoltaik Austria, die Bundesinnung der Elektrotechniker und die heimische Photovoltaik-Industrie richten sich daher mit einer Online-Unterschriften-Petition an die Bundesregierung.


Engagieren sich für mehr Photovoltaikstrom in Österreich (v. l.): Martin Aichinger (ertex solar/ PV-Industrie); Ing. Josef Witke (Bundesinnung der Elektrotechniker) und Dr. Hans Kronberger, Bundesverband Photovoltaik Austria.

Bild: PVA/fotodienst/martina draper

   

Während weltweit die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom (Photovoltaik) boomt und aufgrund der Vorteile von vielen Staaten entsprechend gefördert wird, kommt in Österreich die Photovoltaik nicht vom Fleck. Die Vergleichszahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Deutschland : 3.800 MW/ Österreich : 7 MW
Deutschland ist mit einer installierten Photovoltaik-Strom-Leistung von 3.800 MWp im Jahr 2009 Weltmeister (zum Vergleich: Ein Atomkraftwerk hat ca. 1.200 MWp Leistung). Auch in einigen weiteren Atomstrom-Staaten wurde 2009 viel Sonnenstromleistung installiert:

  • Tschechien: 411 MWp
  • Frankreich: 250 MW
  • Belgien: 203 MWp.

 

In Österreich ist die Situation des Sonnenstroms hingegen trist: 2009 wurden lediglich 7 MWp Leistung installiert. Damit liegt Österreich im europäischen Ranking ganz hinten.
„Ein Ökostromgesetz, das mit 2,1 Millionen Euro pro Jahr gedeckelt ist, erstickt den Ausbau der Photovoltaik im Keim“, bemängelt Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) bei einer am 25. Mai 2010 stattgefundenen Pressekonferenz und ergänzt: „Die unendliche Ressource Sonnenlicht wird der wichtigste Energieträger der Zukunft sein – sauber, krisensicher und preisstabil.“

 


In Bayern installiert ein einziger größerer Betrieb im Jahr so viel Photovoltaikleistung, wie in ganz Österreich installiert wird.

Bild: PVA

 

Österreich verpasst Anschluss
Die Gefahr, dass Österreich den Anschluss an die internationale Entwicklung endgültig verpasst, ist hoch bzw. bereits gegeben. Die Österreichische PV-Industrie leidet seit Jahren unter dem fehlenden Heimmarkt. Martin Aichinger, GF von ertex solar, erklärt warum: „Österreich hat eine großartige Photovoltaikindustrie – von Wechselrichtern bis Isolierfolien –, aber auch eine aufstrebende Modulproduktion; doch weit über 90 Prozent der Produkte müssen exportiert werden. Der fehlende Heimmarkt ist im Bereich der Forschung und Entwicklung ein unerträglicher Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Mitbewerbern“.
Auch das heimische Elektrogewerbe kann sich in der zukunftsträchtigen Sonnenstromproduktion ohne Markt nicht etablieren: „Die Stopp and Go-Politik mit Einzelförderaktionen gibt dem Gewerbe keine Planungssicherheit“, kritisiert Ing. Josef Witke von der Bundesinnung. „Wie sollen unsere Unternehmen PV-Fachkräfte ausbilden und beschäftigen, wenn sie dann mit viel Glück bei der jährlichen Ausschreibung zwei oder drei Anlagen ergattern? Wir brauchen Investitionssicherheit, um einen geregelten Markt aufbauen zu können.“
Zum Vergleich: In Bayern installiert ein einziger größerer Betrieb im Jahr so viel wie die gesamte, in Österreich installierte, Photovoltaikleistung.

Petition unterschreiben
Angesichts der misslichen Lage des österreichischen PV-Marktes richtet die PVA eine
Petition an die Österreichische Bundesregierung, mit der Bitte, die Deckelung der Photovoltaik im Ökostromgesetz aufzuheben und eine Entwicklung nach internationalem Vorbild zu ermöglichen.
Bis Herbst 2010 sollen sich mindestens 10.000 Unterzeichner der Petition anschließen.
Die Petition des Bundesverbandes Photovoltaic Austria (PVA) ist auf der Website „…sonnenzukunft.at“ einzusehen und kann ebendort auch unterzeichnet werden.

Wer möchte, dass in Österreich mehr Sonnenstrom (Photovoltaik) gefördert bzw. installiert wird, kann die Online-Petition auf „sonnenzukunft.at“ unterzeichnen

Bild: sonnenzukunft.at

 

 

www.sonnenzukunft.at

EH

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