30.04.2017
DISKUSSION IN ÖSTERREICH

Was bei einem möglichen Verbot der Ölheizung nicht bedacht wurde

Teile der heimischen Politik wollen in die Privatsphäre der Österreicher eingreifen und ihnen den Brennstoff für die Heizung verbieten – es droht das Aus für Ölheizungen. Warum sich das als fataler „Knieschuss“ entpuppen könnte, zeigt dieser Beitrag.

Blick auf eine Forschungsanlage in Österreich, mit der
aus dem erneuerbaren Stoff Holz synthetisches Erdgas und
synthetischer Treib-/Heiz-Stoff hergestellt werden konnte.
Die Anlage wurde aber (leider) wieder stillgelegt.
Das tolle Know-how der österreichischen Ingenieure, die diese Anlage
schufen und betrieben, „lebt“ zumindest in einer viel größeren
derartigen Anlage in Schweden weiter.

Bild: HLK/Herrmann  

 

Österreichs Umweltminister Andrä Rupprechter und einzelne Landespolitiker fordern ein gesetzliches Verbot von Ölheizungen in Österriech. Gegen diese Einschränkung der Wahlfreiheit bei der Wärme, die von vielen als Schikane empfunden wird, formiert sich Widerstand. Über 14.000 Österreicher haben bereits die Petition des IWO unterschrieben, um dagegen zu protestieren (hier geht´s zur Petition).
Offensichtlich wurden bei dem geplanten Ölheizungsverbot einige wesentliche Punkte nicht bedacht oder werden bewusst in Kauf genommen.
Elf Gründe, warum das Verbot der Ölheizung eine schlechte Idee ist:

► damit würde die damit verbundene, bewährte und komfortable, Technik sukzessive vom Markt verschwinden

► es würde einen interessanten Brennstoff (hohe Energiedichte, geringer Speicherplatz) weniger geben

► es würde das Wissen über diese Technik langsam aber sicher verloren gehen – Installateur-Lehrlinge würden in Zukunft wohl nicht mehr darin ausgebildet werden

► Geräte könnten irgendwann nicht mehr installiert, gewartet, serviciert werden

► es würde ein Teil des Geschäftes von Installations- und Gebäudetechnikern wegfallen

► große wirtschaftliche Einbußen im Mineralölhandel würden nicht ausbleiben

► in Summe würden viele Arbeitsplätze verloren gehen

► es werden milliardenschwere Infrastruktur-Investitionen einfach so vernichtet

► Forschungsaktivitäten im Bereich P2L würden ad absurdum geführt (P2L = Power-to-Liquid: Aus Wind- oder Solar-Kraft wird synthetischer, erneuerbarer Treib- oder Heiz-Stoff hergestellt; in Power-to-Gas-Forschungsanlagen investieren einige Staaten massiv, auch eine staatsnahe, heimische Institution!)

► es würde eine neue, interessante erneuerbare Energie-Variante (P2L) vom Staat verhindert werden

► man würde sich einer interessanten, erneuerbare Energievariante, die dringend nötig wäre (P2L), selbst berauben

Die Auflistung zeigt, dass sich ein Verbot für Ölheizungen als kontraproduktiv erweisen könnte, ja sogar das Gegenteil des gewünschten Effekts (Einsatz mehr erneuerbarer Energien) eintreten würde. Ganz abgesehen vom Schaden für Teile der Wirtschaft, des Gewerbe & Handwerks, der Arbeitnehmer in Österreich.
Außerdem: P2L-Anlagen würden eine Möglichkeit darstellen, um nicht nur der Ölheizung, sondern auch dem Verkehrssektor ein erneuerbares Leben einzuhauchen, wenn man diese Chance weiter verfolgen und ergreifen würde.
Und eine erneuerbare Heizstoff-Variante wäre auch eine interessante Chance für den Mineralölhandel.