27.06.2012
Verband Austria Solar

Trotz Hitze laufen 1,6 Mio. Kessel auf Hochtouren

Es ist absurd – bei brütender Hitze wird in ganz Österreich wertvolles Öl und Gas verbrannt, um Warmwasser zu erzeugen. Nicht nur aus ökologischen Gründen ist die Bereitung von Warmwasser für Küche und Bad mit fossilen Brennstoffen im Sommer unsinnig.

Am längsten Tag des Jahres werden in fast ganz Österreich Temperaturen von über 30 Grad gemessen. Trotzdem laufen landesweit 1,6 Mio. Kessel, damit Menschen mit warmem Wasser versorgt werden. Drei Viertel der Kessel werden mit Öl oder Gas befeuert. Ein Haushalt (4-köpfige Familie) benötigt rd. 170 Liter Warmwasser pro Tag. Über ein gesamtes Jahr hinweg bedeutet dies 400 Liter Öl oder 340 Kubikmeter Erdgas pro Haushalt. Auf diese Weise werden jährlich in Österreich 300 Mio. Liter Öl und 155 Mio. Kubikmeter Erdgas für Warmwasserbereitung verbrannt.

DI Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar: “Bereits mit der einfachsten Solaranlage von sechs Quadratmeter Kollektorfläche ist es möglich, von Mai bis September die komplette Warmwasserversorgung eines Haushaltes zu decken. Damit könnte der heimische Heizöl- und Erdgasverbrauch für Warmwasser nahezu halbiert werden!“
Bild: Verband Austria Solar  

Leider wird in Österreich noch immer viel zu wenig getan um Warmwasserbereitung und Heizung auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Statt einer Solaroffensive werden CO2-Zertifikate gekauft, eine Maßnahme die hunderte Mio. Euro verschlingt und weder Bevölkerung noch Wirtschaft aus der Energiekostenfalle befreit. Hackstock: „So wird Österreich noch in vielen Jahren teures und klimaschädliches Erdöl und Erdgas verbrennen, um sich bei 30 Grad Sommerhitze die Hände zu waschen!“ Die Bundesregierung und die Länder müssen jetzt Verantwortung zeigen und rasch konkrete Maßnahmen für eine Solaroffensive beschließen. Das kommende Klimaschutzgesetz und das Energieeffizienzgesetz sind eine gute Gelegenheit dafür.

www.solarwaerme.at