12.12.2012
Wiener Installateure

Sicherer Betrieb von Gasgeräten

Immer wieder kommt es zu Kohlenmonoxidunfällen. Ursache dafür sind ein fehlendes Geräteservice, in der Wohnung installierte Abluftventilatoren und verklebte Zuluftöffnungen, wodurch nicht ausreichend Luft zum Gerät zugeführt werden kann, sowie defekte Geräte.

Hermann Nebel, Geschäftsführer der Wien Energie Gasnetz GmbH: „Mit der Novelle des Wiener Feuerpolizei-, Luftreinhalte- und Klimaanlagengesetzes und der nun jährlichen Überprüfung der ausreichenden Luftzuführung für kamingebundene Gasgeräte ist ein großer Schritt zu einer höheren Anwendersicherheit gelungen.“ Da im Zuge dieser Prüfung auch die Verschmutzung des Gerätes festgestellt wird, kann der Kunde umgehend auf das erforderliche Service hingewiesen werden. „Damit hoffen wir, dass in Zukunft Unfälle auf Grund verschmutzter und nicht gewarteter Gasgeräte und wegen nicht ausreichender Verbrennungsluft weniger werden“ so Hermann Nebel.

Gasgeräte benötigen ausreichend Luft. Damit verbrennt Erdgas sauber und sparsam und die Abgase werden ordnungsgemäß über den Kamin ins Freie abgeführt. Durch die immer dichter werdenden Gebäudehüllen kann es aber zu einem Luftmangel kommen und die Gasgeräte werden in ihrer Funktion beeinträchtigt. Mit der Novelle zum Wiener Feuerpolizei-, Luftreinhalte- und Klimaanlagengesetz überprüfen die Wiener Rauchfangkehrer ab Ende Oktober wiederkehrend - im Zuge der jährlichen Hauptkehrung - auch die ausreichende Luftzuführung zu den Gasgeräten.

Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer KommR. Josef Rejmar: „Die Wiener Rauchfangkehrer werden diese zusätzliche Überprüfung im Zuge der jährlichen Hauptkehrung durchführen. Damit ersparen sich die Kunden bei einem zusätzlichen Überprüfungstermin zu Hause zu sein.“

Sicherer Betrieb von Gasgeräten durch wiederkehrende Kontrolle und Geräteservice
Bild: Wiener Rauchfangkehrer  

Da diese neue Überprüfungsmethode mehr Zeit in Anspruch nimmt, werden sich künftig sowohl die Wartezeiten bei den Kehrungen, als auch die Anwesenheit der Rauchfangkehrer in den Wohnungen verlängern. Es müssen sämtliche Räumlichkeiten einer Wohn- bzw. Betriebseinheit vom Rauchfangkehrer begangen werden.

Um den Überprüfungstermin so straff wie möglich zu halten, ersuchen die Rauchfangkehrer die Wohnungsbenützer am Hauptkehrtermin vorbereitend nachstehende Maßnahmen in Ihrer Wohnung zu setzen:

  • Alle Fenster schließen (auch Oberlichten, Rollläden, usw.)
  • Sämtliche Ventilatoren und Dunstabzüge betriebsbereit halten
  • Alle Feuerstätten und gegebenenfalls Lüftungsgitter frei zugänglich halten
  • Den Zugang zu sämtlichen Räumlichkeiten ermöglichen
  • Die Putztürchen frei zugänglich halten

Jährliches Autoservice – kein Problem, aber warum nicht Gasgerätewartung?

Am Ende einer jeden Heizperiode war eine durchschnittliche Heizungsanlage mindestens 1.400 Stunden in Betrieb. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 km/h entspräche das beim Auto einer Kilometerleistung von rund 70.000 km. Jeder Autobesitzer hätte sein Auto innerhalb dieser Strecke sicher mehrmals vorsorglich warten und überprüfen lassen.

„Der Wartungspflicht bzw. Überprüfungspflicht von Gasgeräten bzw. Gasanlagen wird in diesem Umfang leider nicht immer nachgekommen,“ bedauert Innungsmeister Ing. Michael Mattes.

„Der Wartungspflicht bzw. Überprüfungspflicht von Gasgeräten bzw. Gasanlagen wird in diesem Umfang leider nicht immer nachgekommen,“ bedauert Innungsmeister Ing. Michael Mattes.
Bild: Landesinnung Wien der Sanitär-,
Heizungs- und Lüftungstechniker
 


Unfälle durch mangelhafte bzw. fehlende Wartung

Die meisten Unfälle mit Gasgeräte sind auf mangelhafte bzw. fehlende Wartung, nicht typengerechte Verwendung des Gerätes, aber auch Manipulation zurückzuführen. Leider kommen Betreiber von Gas-Feuerstätten ihrer Wartungspflicht bzw. Überprüfungspflicht erst dann nach, wenn das Wasser oder die Heizung kalt bleiben. Oft ist es dann leider zu spät und stark verschmutzte Geräte und/oder andere Einflussfaktoren wie z.B. zu dichte Räume, Ablufteinrichtungen, etc. beeinträchtigen die einwandfreie Verbrennung und Abgasabführung der kamingebundenen Geräte.

Michael Mattes, Innungsmeister der Wiener Installateure: „Es zeigt sich leider immer wieder,  dass die eingetretenen Unfälle vermieden werden hätten können, wenn die Gasgerätenutzer ihren Verpflichtungen nachgekommen wären. Feuerstätten benötigen für eine einwandfreie Verbrennung ausreichend Verbrennungsluft. In Wien haben wir einen sehr hohen Anteil an Gasgeräten mit offenem Verbrennungsraum; also Geräte die sich die Luft aus dem Aufstellungsraum holen und somit in offener Verbindung mit dem Raum stehen. Kommt es nun zu einem Abgasaustritt – Kohlenmonoxidbildung – so treten die Abgase in den Raum aus. Bei nicht gewarteten Gasgeräten kommt es durch die fehlende Wartung und die damit verbundene unvollkommene Verbrennung sofort zu einer Kohlenmonoxidanreicherung.“

Erschwerend kommt in diesen Fällen dazu, dass durch die starke Verunreinigung des Gerätes meist auch die Sicherheitseinrichtungen – wie z.B. die gegen Abgasaustritt – außer Kraft gesetzt werden.

Aber auch die Selbstmontage von Gasgeräten und Ablufteinrichtungen (z.B. Ventilatoren) führt zu Unfällen. Dem Laien sind die vielfältigen, umfangreichen, technischen und gesetzlichen Bestimmungen nicht bekannt. Auch sind ihm die Auswirkungen seines Handelns meist unbekannt.

Daher sind laut Michael Mattes für derartige Arbeiten – die auch die Gesundheit anderer Bewohner gefährden kann – ausschließlich vom befähigten Fachmann durchführen zu lassen.

Nur der befähigte Fachmann wartet und überprüft richtig

Ein regelmäßig vom Fachmann – konzessionierter Installateur bzw. Werkskundendienst der Gerätehersteller - gewartetes Gasgerät ist betriebssicher, spart Geld, schont die Umwelt und sichert eine zuverlässig funktionierende Heizung in der kalten Jahreszeit. Gut gewartet arbeitet sie effizienter, denn sie braucht dann auch weniger Gas.

So spart sie Energie und senkt die Heizkosten. Der geringere Gasverbrauch macht sie auch umweltfreundlicher, denn sie stößt weniger CO2 und Schadstoffe aus.

Über die Wiener Installateure:

Die Wiener Landesinnung der Sanitär- Heizungs- und Lüftungstechniker ist die Interessensvertretung  der Wiener Installateure. Als Körperschaft öffentlichen Rechts vertritt sie rund 1.000 Betriebe in Wien. Die Mitgliedsbetriebe sind fast durchwegs Klein- bis Mittelbetriebe und beschäftigen rund 7.000 Arbeitnehmer und rund 900 Lehrlinge.

Über Wien Energie Gasnetz:

Wien Energie Gasnetz GmbH ist gemessen an der Anzahl der Kundinnen und der Durchleitungsmenge der größte Gasnetzbetreiber in Österreich. Über ein rund 3.500 Kilometer langes Erdgasnetz werden etwa 678.000 Kunden im Großraum Wien versorgt. Die jährlich durchgeleitete Erdgasmenge beträgt rund 2,3 Mrd. Nm3 (Normkubikmeter) bzw. mehr als 25.000 Gigawattstunden.

Über die Wiener Rauchfangkehrer:

Die Arbeit des Rauchfangkehrers ist keine erzeugende, sondern eine vorbeugende, beratende und überprüfende Tätigkeit. Der Rauchfangkehrer tritt nicht mit imponierenden Produkten in Erscheinung, aber seine Leistung erfordert im höchsten Maß Vertrauen, Pflichtgefühl, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein. Viele Gesetze und Normen regeln die Leistungsvielfalt der Arbeit des Rauchfangkehrer, die ausschließlich dem Wohl der einzelnen Staatsbürger so wie der gesamten Volkswirtschaft dient. Rund 100 Rauchfangkehrer-Betriebe mit etwa 300 Gesellinnen und Gesellen sowie derzeit 90 Lehrlingen betreuen regelmäßig an die 900.000 Haushalte in der Bundeshauptstadt. Deren vielfältigen Aufgaben lassen sich mit vier Schlagworten grob umreißen: Brandverhütung, Unfallverhütung, Umweltschutz und Energiesparen.

www.wienenergie-gasnetz.at
www.wienerrauchfangkehrer.at
www.wienerinstallateure.at