09.01.2012
E-Control

Senkung der Gasnetztarife

Per 1. Jänner 2012 werden die Netznutzungsentgelte durch eine Novelle der Gas-Systemnutzungstarife-Verordnung (GSNT-VO 2008 Novelle 2012) angepasst.

Trotz großer Investitionen in die Süd- und Westschiene konnten die Gas-Netznutzungsentgelte ab 1. Jänner 2012 stabil gehalten und in einigen Netzbereichen sogar geringfügig gesenkt werden. Die branchenspezifische Teuerungsrate liegt mit 2,8% im Durchschnitt der letzten Jahre und hat sich gegenüber dem Vorjahr marginal erhöht. "Auch wenn die Anpassung mit durchschnittlich 1 Prozent etwas geringer ausgefallen ist als in manch anderen Jahren, freuen wir uns sehr, dass es trotz ungünstiger Rahmenbedingungen gelungen ist, für die Konsumenten im Schnitt trotzdem eine Senkung zu erreichen.", zieht der Vorstand der Energie-Control Austria, Martin Graf, Bilanz zu den soeben fixierten Netztarifänderungen ab Jänner 2012.

 
Bild: E-Control  


Deutliche Mengenerhöhung beim Gasabsatz

Als Mengenbasis wird ein 3-Jahresmittel der letzten verfügbaren Jahre herangezogen. Trotz der gravierenden Absatzreduktion im Jahr 2009 aufgrund der Wirtschaft- und Finanzkrise ist das 3-Jahresmittel im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Investitionen tragen zu Versorgungssicherheit bei

Langfristig ist aber mit einem leicht steigenden Gasabsatz zu rechnen, wobei insbesondere neue Gaskraftwerke steigenden Gasverbrauch verursachen werden. Die langfristige Planung sieht daher notwendige, zusätzliche Kapazitäten im Leitungsnetz zur Sicherung der Versorgung vor - was aber auch zu Kostensteigerungen führen kann. Als größter Effekt hat sich in den letzten Jahren die Investition in die Süd- und Westschiene mit einem Investitionsvolumen von 600 Mio. Euro ausgewirkt.

Die Entwicklung der Nettoinvestition mit der Fortschreibung für das Jahr 2011 zeigt einen deutlichen Sprung der Investitionstätigkeit und eine damit einhergehende Kostensteigerung.

Um auch im Verteilnetz Investitionen und zusätzliche Betriebskosten während der Anreizregulierung abdecken zu können, wurden der Investitions- und Betriebskostenfaktor bereits 2008 eingeführt. "Diese beiden Faktoren bringen zusätzliche Anreize für Investitionen im Verteilnetz. Sie stellen sicher, dass Verteilnetzbetreiber ihre bestehenden Gasnetze sicher und zuverlässig betreiben können und darüber hinaus auch Erweiterungen zur Gewinnung neuer Kunden ermöglicht werden", erläutert Martin Graf.

Für Ausbauinvestitionen werden im Rahmen der Kostenbasis Abschreibungen sowie Kapitalkosten berücksichtigt. Unter Ausbauinvestitionen werden einerseits Erweiterungen des Netzes sowie andererseits für die Versorgungssicherheit wesentliche Investitionen (z.B. Sanierung von PVC-Rohrleitungen und Graugussleitungen) verstanden. Neben der Berücksichtigung der höheren Kapitalkosten, bei entsprechendem Nachweis durch die Unternehmen, werden weiters für ausgewählte Projekte der Netzebene 1 (z.B. Süd- und Westschiene) während der Bauphase angemessene Fremdkapitalzinsen berücksichtigt und fließen damit in die Tarifermittlung ein. Dieses Anreizsystem reduziert das Risiko für die Netzbetreiber, wodurch die Unternehmen Vorfinanzierungen leichter gewährleistet können.

"Wie auch im Strom führt die Anreizregulierung Gas zu einer moderaten Kostenentwicklung, die notwendige Investitionen in die Gasinfrastruktur ermöglicht.", so Martin Graf. Und weiter: "Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen, sowie der Berücksichtigung des Investitions- und Betriebskostenfaktors ist es gelungen, die Tarife stabil zu halten und im Durchschnitt um 1,0 % zu senken. Seit Beginn der Liberalisierung des österreichischen Gasmarktes im Oktober 2002 konnten die Kosten um mehr als 5,3 % bzw. um rund 30 Mio. Euro gesenkt werden.", so Martin Graf abschließend.

 

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