19.09.2014
AUF HEIZUNGSANLAGEN ACHTEN

Österreichs Haushalte verheizen sinnlos Millionen

Durch vernachlässigte Wartung von Heizungen, ungenau regelbare Heizkörperventile und schlechte Wärmeverteilung verschwenden Österreichs Haushalte rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Der Einsatz von Thermostatventilen macht sich rasch bezahlt.

Dr. Gerhard Glinzerer (li), geschäftsführender Gesellschafter
der Herz Gruppe, und Ing. Michael Mattes, Bundesinnungsmeister
der Installateure, appellieren an die Österreicher: „Tauschen Sie ihre
alten Handregulierventile gegen Thermostatventile aus – Sie sparen
sich in Folge einiges an Heizungskosten
und helfen unserer Umwelt“.

Bild: Herz Armaturen GmbH  

„Die Österreicherinnen und Österreicher bezahlen zu viel fürs Heizen“, sagt Ing. Michael Mattes, Bundesinnungsmeister der Installateure. Durch relativ einfache Mittel könnten die Österreicher (m/w) sehr viel an Heizkosten sparen.

Einsparpotenzial: 200 bis 900 Mio. Euro/a
Rund 200 Millionen Euro pro Jahr ließen sich einfach beim Heizen sparen: Wenn der Installateur die Heizung wartet und manuelle Regelventile, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, durch neue Thermostatventile ersetzt, sinkt der Energieverbrauch um rund 15 %. Wenn er auch noch die Wärmeverteilung durch einen hydraulischen Abgleich der tatsächlich benötigten Leistung anpasst, ergeben sich laut einer Studie von HERZ Einsparungen von bis zu 27 % pro Jahr. Im Vergleich zur teuren thermischen Sanierung von Gebäuden, sind Thermostatventile günstig. Dr. Gerhard Glinzerer, geschäftsführender Gesellschafter der HERZ Gruppe: „Der einfache und günstige Austausch veralteter Regelventile gegen moderne Thermostatventile rechnet sich damit sehr schnell.“
Die Heizkosten ließen sich aber noch mehr reduzieren, wie Mattes erläutert anhand einer Studie der AEA erläutert: „Österreichweit können Haushalte durch Sanierung der 600.000 alten Heizungsanlagen 900 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Bei einer Berechnungsgrundlage von 10 Cent/kWh entspricht diese Einsparung zwei Millionen Tonnen CO2 oder 9.000 GWh Energie."

540.000 Tonnen weniger CO2
Durch bessere Effizienz sinkt der Primärenergiebedarf. Das heißt: Die Endverbraucher benötigen bei einer Einsparung von nur 15 % um rund 1.350 GWh weniger Energie fürs Heizen. Auch der CO2-Ausstoß ginge zurück. Mattes: „Wenn die möglichen Effizienzpotenziale ausgeschöpft werden, würden um rund 540.000 Tonnen weniger Klimagase verursacht. Das ist gut für das Klima und gut für die Menschen in Österreich.“ Noch mehr Energie, Klimagase und Geld könnte gespart werden, wenn die Heizung nach einer thermischen Sanierung an den geringeren Wärmebedarf angepasst wird. Diese Maßnahme steigert zudem den Heizkomfort.

Das klassische Heizkörperregulierventil
verschenkt mögliche Einsparungspotenziale
und sollte gegen ein Themostatventil
getauscht werden.

Bild: Herz Armaturen GmbH  



Für mehr Energieeffizienz
In Deutschland wurden Thermostatventile als Folge der Energiekrise bereits Ende der 70er Jahre gesetzlich verordnet. Auch Polen, Ukraine, Russland und Provinzen in Italien haben den Einsatz von Thermostatventilen verpflichtend gemacht. Das Ersetzen von alten Heizungsreglern durch neue Thermostatventile wurde in Österreich vom Gesetzgeber erstmals mit dem im Juli 2014 beschlossenen EEffG als Energieeffizienzmaßnahme anerkannt. „Wir sehen das als Schritt in die richtige Richtung“, sagt Mattes: „Nachdem der Tausch in Österreich auf freiwilliger Basis erfolgt, sollte er im eigenen Interesse möglichst rasch erfolgen,“ appelliert er in Richtung der österreichischen Heizungsanlagenbesitzer.

Sinnvoller Ventil-Tausch
Das klassische Heizkörperregulierventil verschenkt mögliche Einsparungspotenziale und sollte – so noch vorhanden − gegen ein Themostatventil getauscht werden. Denn das selbsttätig arbeitende Thermostatventil geht viel sparsamer mit Energie um. Sobald die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird, sorgt ein Fühler im Thermostatkopf dafür, dass das Ventil selbsttätig die Wärmeabgabe drosselt. Außerdem „erkennt“ das Thermstatventil, wenn Wärme in den Raum eingebracht wird (Bügeleisen, menschliche Wärme, Kerzen…). Umgekehrt verhält es sich sobald die Temperatur im Raum kühler als gewünscht ist. Das Ventil öffnet selbsttätig und gibt eine erhöhte Wärmezufuhr frei. Diese kontinuierlich ablaufende Verringerung und Erhöhung der Heizwassermenge erfolgt in einem engen Temperaturband wodurch eine gleichmäßige Raumtemperatur und hoher Komfort sichergestellt sind. Der Betrieb erfolgt ohne Stromverbrauch und ohne Batterien. Der Austausch alter Regulierventile gegen neue Thermostatventile kann in der Regel ohne großen Aufwand erfolgen und amortisiert sich relativ rasch. Einer Studie des deutschen VDMA zufolge amortisiert sich der Austausch alter Heizungsregler gegen neue Thermostatventile nach durchschnittlich zwei Jahren.
Durch Einrichtungsgegenstände verbaute/verstellte Heizkörper sollte man beim Ventiltausch gleich freiräumen und so belassen (ansonsten kostet das sehr viel Heizenergie). Der Installateur sollte im Tauschfall auch gleich das Heizungswasser auf Verschmutzung prüfen und gegebenenfalls reinigen (damit die einwandfreie Funktion der Heizungsanlage gewährleistet ist).

Wer Heizkosten sparen will und
mehr Komfort möchte, sollte Thermostatventile
installieren lassen – die arbeiten selbsttätig und
gehen viel sparsamer mit Energie um.

Bild:Herz Armaturen GmbH  



Stiefkind hydraulischer Abgleich
Laut CO2 Online, dem Energiespar-Portal der deutschen Bundesregierung wird „der hydraulische Abgleich zur optimalen Wärmeverteilung nur in 14 % aller Haushalte“ durchgeführt. Genaue Werte für Österreich gibt es nicht, aber man kann davon ausgehen, dass es in Österreich nicht viel anders ist. Beim hydraulischen Abgleich wird das Wärmeverteilsystem der tatsächlich benötigten Leistung bzw. den Gegebenheiten des Gebäudes angepasst, sodass z. B. auch der letzte Heizkörper optimal mit Wärme versorgt wird.
Glinzerer: „Wir sehen hier auch in Österreich Aufholbedarf im Fachwissen. Daher treiben wir im Interesse der Konsumenten derzeit die Etablierung einer neue Ausbildungsschiene für Installateure voran, damit die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung in Österreich optimal ausgeschöpft werden können.“

www.shk.at
www.herz.eu