19.11.2012
Ochsner

Mit Wärme aus Abwasser ganze Stadtteile heizen

Alle Gemeinden über 10.000 Einwohner haben in den Hauptsammlern des Kanalsystems die Möglichkeit Wärmetauscher einzubauen, über welche mit Großwärmepumpen ganze Gebäudekomplexe beheizt oder gekühlt werden können.

Die Wärme aus der Warmwasserproduktion von Haushalten sowie aus dem Gewerbe gelangt in Österreich derzeit zum größten Teil ungenutzt in Abwasserkanäle. Das Abwasser weist ganzjährig relativ hohe Temperaturen auf und kann dabei wie das Beispiel der neuen Abwasserwärmenutzungsanlage in Amstetten zeigt, Temperaturen zwischen 30°C und 35°C erreichen. Ein enormes Energiepotential welches bislang noch brach liegt und für die Versorgung von Haushalten, Betrieben, öffentlichen Einrichtungen bis zur Versorgung ganzer Stadtteile herangezogen werden könnte. 12 % aller Haushalte in Österreich könnten mit dieser Energie im Winter beheizt werden – dies wäre ein gewaltiger Schritt zur Erreichung unserer energiepolitischen Zielsetzungen.

Die Ochsner Wärmepumpe IWWS210ER2 (hier im Bild während der Montage samt den Pufferspeichern) kann dank der hohen Abwassertemperaturen von ca. 22°C äußerst effizient arbeiten
Bild: Ochsner  

Der österreichische Klima- und Energiefond förderte aus diesem Grund ein Forschungsprojekt, welches von der Ochsner Wärmepumpen GmbH als Konsortialführer geleitet wurde. Das Projekt hatte zur Aufgabe die Grundlagen dafür zu erarbeiten um Abwasserwärmenutzung in Österreich möglichst rasch umzusetzen.

Am 18. Oktober 2012 wurden beim Projekt-Symposium „Energie aus Abwasser“, die Forschungsergebnisse der Fachöffentlichkeit präsentiert. Über 100 Teilnehmer folgten der Einladung und besichtigten auch die erste Abwasserwärmenutzungsanlage welche im Rahmen des Projekts in Amstetten realisiert wurde.

Das Projektteam bestehend aus der Ochsner Wärmepumpen GmbH, der Universität für Bodenkultur Wien, dem Schweizer Institut Energie in Infrastrukturanlagen, der Österreichischen Energieagentur sowie der Fernwärme Wien berichtete über die Ergebnisse des Forschungsprojekts und stand für Informationen zur Verfügung.

Das Know-How des Projektteams in diesem Forschungsbereich ist in Österreich einzigartig. Anhand von Machbarkeitsstudien kann bereits in kurzer Zeit abgeschätzt werden, ob Abwasserwärmenutzung für spezifische örtliche Gegebenheiten geeignet ist und welche energetischen, ökonomischen und ökologischen Einsparungen dadurch erzielt werden können. Die Technologie zur Nutzung von Abwasserwärme ist ebenfalls vorhanden und ausgereift. Großwärmepumpen von Ochsner werden bereits europaweit in Geschäftsgebäuden und kommunalen Einrichtungen erfolgreich eingesetzt.

Wärmepumpen (Ochsner Industriewärmepumpe IWWS390) können die Wärme aus dem Abwasser zu Heizzwecken aufbereiten
Bild: Ochsner  

Die Forschungsförderung unterstützte das Projektteam finanziell dabei, die wissenschaftliche Arbeit durchzuführen. Nun stehen die Ergebnisse zur Verfügung, um einen volkswirtschaftlichen und ökologischen Nutzen zu stiften und um Eingang in die österreichische Energiepolitik zu finden.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter gerald.lutz@ochsner.at, per Telefon unter +43 (0)676 88 123 4109 oder unter

www.ochsner.at