07.10.2011
Heizsaison 2011

Holz + Erdwärme am günstigsten

Die Energieberatung NÖ und der VKI haben ausgerechnet, womit man günstig heizt: Erneuerbare Energien schneiden besonders gut ab. Strom, Öl und Gas sind teurer.

Die Heizsaison ist da. Auch heuer gibt es bei der Höhe der Energiekosten große Unterschiede: Heizen mit Gas oder Öl kommt am teuersten, Wärmepumpen und Holzheizungen sind deutlich günstiger, zeigt die Energieberatung NÖ und der VKI auf.
Insgesamt sind die Energiepreise dieses Jahr wieder gestiegen, besonders betroffen davon sind ungedämmte Altbauten. 

Holz ist in Österreich
der günstigste
Brennstoff. 
Bild: E.Herrman  

Günstig mit Hackschnitzel, Scheitholz, Erdwärme
Am günstigsten lassen sich die eigenen vier Wände in der kommenden Heizsaison (lt Energieberatung NÖ) mit Scheitholz oder einer Erdwärmepumpe warm halten**. Hier liegen die reinen Energiekosten in einem 25 Jahre alten durchschnittlichen Einfamilienhaus derzeit bei 1.100,- Euro. Beim Heizen mit Wärmepumpen sei allerdings Vorsicht angebracht, sagt die Energieberatung NÖ: Luftwärmepumpen verbrauchen mehr Strom als Erdwärmepumpen (im Beispiel um mehr als 300 Euro).
Der VKI; der fast zeitgleich mit der Energieberatung NÖ einen Heizkostenvergleich veröffentlichte, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Am billigsten kommt mit 2,55 Cent/kWh nach wie vor die Hackschnitzelheizung.

Strom, Öl + Gas abgeschlagen
Die fossilen Energieträger schneiden beim direkten Brennstoffkostenvergleich der Energieberatung NÖ nicht gut ab: Heizen mit Öl ist um mehr als 1200,- Euro teurer im Vergleich zu Scheitholz. Bei der Gasheizung sind es knapp 900,- Euro mehr.Beim VKI-Vergleich kosten Direktheizgeräte, die mit Tagstrom gespeist werden, mit 18,17 Cent/kWh am meisten. Dazwischen liegen die fossilen Energieträger, wobei Erdgas mit bis zu 10,25 Cent/kWh knapp billiger ist als Heizöl mit bis zu 13,99 Cent/kWh.

Heizen ist teurer geworden
Im Vergleich zum Vorjahr ist Heizen teurer geworden, wie DI Andrea Kraft von der Energieberatung NÖ bestätigt: „Ein Haus mit Ölheizung warm zu halten kostet um 20 Prozent mehr als letztes Jahr. Bei Gasheizungen sind die Kosten um 13 Prozent und Pelletheizungen um 11 Prozent gestiegen“. Das trifft vor allem alte unsanierte Häuser. „Ein gut gedämmtes Haus kann seinen Energiebedarf mehr als halbieren“, betont Kraft. Aber auch ein Heizungstausch selbst hilft Energie sparen.

Heizung: Alle 15 Jahre tauschen
Ist das Heizsystem 15 Jahre oder älter, sollte man an einen Tausch denken. Denn in den letzten Jahren hat sich bei der Kesseltechnologie viel getan: Moderne Heizkessel arbeiten sauberer, sparsamer und komfortabler. Allerdings sollte eine Entscheidung für ein neues Heizsystem gut durchdacht sein, denn der Energiepreis ist nur einer von vielen Faktoren. Lager- und Anschlussmöglichkeit (ans Gas- bzw. Fernwärmenetz) spielen ebenso eine Rolle, wie die direkten Investitionskosten. Die Anschaffungs- und Installationskosten variieren sehr stark.
Vor einem Heizungstausch sollte man Energieberatungsstellen, Installateure oder Kälte-Klimatechniker zur Beratung konsultieren.

 
Bild: Energieberatung NÖ, Oktober 2011  

** Berechnung: 23.300 kWh pro Jahr Heizwärmebedarf, ca. 5 Jahre alter Heizkessel (Wärmepumpe) in Kombination mit bestehender Radiatorheizung, optimale Heizungsregelung und gut gedämmte kurze Heizungsrohre (15cm Pufferwärmedämmung), Jahresnutzungsgrade bei  Holzvergaserkessel mit Puffer und Hackgutheizung: 80%; Pelletkessel: 83%; Ölbrennwertkessel: 90%; Erdgasbrennwerttherme 95%; Jahresarbeitszahl Luftwärmepumpe: 2,7; Erdwärmepumpe: 3,5; ( lt. Feldmessungen von Fraunhoferinstitut bzw. AEE), Brennstoffpreise Stand Oktober 2011 (Quellen: ProPellets, IWO, E-Control, Energieberatung NÖ).

www.vki.at
www.energieberatung-noe.at

EH