24.11.2016
WKÖ / Vizepräsident Jürgen Roth

Einbeziehung aller Energieträger gefordert

Das von Bundesminister Rupprechter am 7.11.2016 ins Spiel gebrachte „Aus“ für Ölheizungen basiert auf einem vom Ministerium in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten der Universität Wien. Energiehandel fordert offene und pragmatische Diskussion zur Erreichung der Klimaziele.

„Leider unterlassen die Verfasser des Gutachtens eine ganzheitliche Betrachtung des Themas. Die getroffenen Annahmen und Schlussfolgerungen sind falsch. Die Perspektivenlosigkeit beratender oder ideologisch geprägter Experten darf nicht zu falschen, für die Bevölkerung negativen Entscheidung führen“, fordert WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth.

„Das geplante „Aus“ für Ölheizungen ist nachweislich fortschrittfeindlich, da gerade im Bereich der Brennwerttechnologie in den nächsten Jahren enorme innovative Fortschritte zu erwarten sind. Bereits mit der Umstellung von Niedertemperaturheizkesseln auf moderne Brennwerttechnologie konnten Energieeinsparungen und Emissionsreduktionen von bis zu 40% erzielt werden, eine weitere Reduktion kann mit einer damit einhergehenden thermischen Sanierung erfolgen. Der technische Fortschritt wird weitere Effizienzmaßnahmen mit sich bringen und die Energieeinsparungen weiter erhöhen. Auch im System sind enorme Fortschritte zu erwarten, beispielsweise werden Kessel künftig auch CO2 freies Bio-Öl zur Wärmeerzeugung nutzen können“, erläutert Roth. Zudem sollten die richtungsweisenden Ideen von Marrakesch aufgegriffen werden, die für alle Energieträger den Umstieg auf die jeweils effizienteste und modernste Technologie empfehlen.

Verbot von Ölheizungen ist massiver Eingriff in den Markt

Das geplante Verbot von Ölheizungen stellt zudem einen unvertretbaren Markteingriff dar und gefährdet die Stabilität im Energiemarkt. Das Verbot wäre sowohl für Kesselhersteller, Energiehändler, Rauchfangkehrer als auch Installateure fatal und vernichtet 10.000e Arbeitsplätze in Österreich“, so Roth weiter. Zudem müssten bis zu 800.000 Ölheizungsbesitzer teure Investitionen in einen anderen Energieträger vornehmen. Heizöl ist aktuell der effizienteste und günstigste Energieträger am Markt und kann im Vergleich der Heizsysteme ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis anbieten.

Ein Verbot von nur einem Energieträger stellt zudem einen unsachlichen Eingriff in den Energiehaushalt dar und wirkt sich negativ auf den Energiemix in Österreich aus. Der Energiehandel bekennt sich zu den nationalen Zielen zur Steigerung der Energieeffizienz und kommt seit Jahren seiner Verpflichtung zum Umwelt- und Klimaschutz nach. „Wir schaffen es schon derzeit nicht den kompletten Bedarf an erneuerbaren, nachwachsenden Energieträgern im Inland abzudecken und sind von Rohstoffimporten abhängig. Der höhere Versorgungsbedarf könnte zu Engpässen führen und einen enormen Preisausschub auslösen“, warnt Roth.

„Wir fordern im Sinne der besten Lösung für die Umwelt und für eine effiziente Klimapolitik eine offene und faire Diskussion unter Einbeziehung aller Energieträger. Denn nur ein ausgewogener Energiemix stellt eine effiziente Energieversorgung sicher.“

 


Bild: wko.at  

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