26.06.2017
GASTHERMEN

Drohende Lebensgefahr bei fehlender Wartung

Wer bei der Wartung seiner Gas-Heizung spart, kann sein Leben riskieren. Gerade an heißen Tagen kann es zum Abgasrückstau im Kamin kommen, was zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen kann. Die Innung der Installateure rät daher dringend zur Thermenwartung.

Wenn das letzte Service der Gastherme länger
als ein Jahr zurückliegt, sollte unbedingt eine
Inspektion vom befugten Installateur-Fachbetrieb
durchgeführt werden.

Bild: Bildquelle  


Die Wiener Innung der Sanitär- Heizungs- und Lüftungstechniker (Installateure) ruft alle Besitzer von Gasheizungen auf, ihre Thermen dringend warten zu lassen. Wer das unterlässt, geht ein großes Sicherheitsrisiko ein. Denn gerade an besonders heißen Tagen kann es zum Erliegen der Thermik im Kamin kommen und dadurch zum Abgasrückstau. Bei nicht oder schlecht gewarteten Thermen kann es durch den Rückstau zur Bildung des geruchlosen, farblosen und giftigen Kohlenmonoxids in dem Raum kommen, in welchem das Gasgerät aufgestellt ist. Der Schadstoff kann ab einem Volumenanteil von vier Prozent in der Atemluft tödlich sein.

Sofortmaßnahmen bis zur Überprüfung
Die Innung der Installateure empfiehlt während der Inbetriebnahme der Gasgeräte bis zur nächsten Überprüfung der Therme für ausreichend Sauerstoff in jenem Raum zu sorgen, in dem das Gerät angebracht ist – also beim Duschen die Fenster zu öffnen oder die Badezimmertür zum Lüften offen zu halten.
„Regelmäßige Wartung ist das Um und Auf und steigert die Sicherheit. Außerdem verbessert das Warten der Gasgeräte ihre Wirtschaftlichkeit“, sagt der Wiener Innungsmeister Robert Breitschopf. „Speziell bei Temperaturen über 30 Grad kommt es gehäuft zu Unfällen. All jene, die die jährliche Kehrung des Rauchfangs und die Wartung der Therme verabsäumt haben, sollten dies so schnell wie möglich nachholen“, sagt Walter Dosek, Leiter des Gasstörungsdienstes der Wiener Netze GmbH, „die Wartung des Gasgeräts ist essenziell und gesetzlich vorgeschrieben, wie etwa das ‚Pickerl‘ oder die Winterreifenpflicht beim Auto.“

Service durchführen lassen
Wenn das letzte Service länger als ein Jahr zurückliegt, sollte unbedingt eine Inspektion vom befugten Installateurfachbetrieb durchgeführt werden. Breitschopf: „Bei der Wartung sollte man aber immer darauf achten, nicht auf Billiganbieter hereinzufallen, die auf Flugblättern oder auf Online-Plattformen werben.“ Denn hier fehlen oft Gewerbeberechtigungen, die nötige Fachausbildung und gängige Originalersatzteile.
Auf der Website der Wiener Installateure findet sich im Bereich „Experten-Wissen/ Wartung & Notfall“ eine Liste mit Gasthermen-Herstellern und Installateuren, welche diese Geräte entsprechend warten bzw. servicieren.

Schlauchklimageräte mit unerwünschten Nebenwirkungen
Breitschopf warnt davor, mobile Klimageräte, sogenannte Schlauchklimageräte, unbedacht einzusetzen. „Selbst bei großer Hitze muss die Sauerstoffzufuhr stets gesichert sein“, sagt Breitschopf, „wenn das Klimagerät warme Luft aus der Wohnung bläst, kann es zum Unterdruck und in der Folge zu einem Abgasaustritt kommen. Dabei saugt das Klimagerät Abgase in die Wohnung und es kann zur Kohlenmonoxid-Bildung kommen. Das ist lebensgefährlich.“

Moderne Gasgeräte mit Abgasaustrittswächter
Innungsmeister Breitschopf informiert, dass nur neuere Gasgeräte über einen Abgasaustrittswächter verfügen, der bei einer gewissenhaften Wartung auf Funktion geprüft wird. Ein Abgasaustrittswächter unterbricht den Gerätebetrieb automatisch. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn aus technischen Gründen erfolgt die Abschaltung zeitverzögert und ein kleiner Raum kann bereits mit Abgas gefüllt sein: „Bei einem schlecht gewarteten oder verschmutzten Gerät kann sofort Kohlenmonoxid entstehen und austreten“, sagt Breitschopf abschließend.


www.wienerinstallateure.at