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24.06.2010
EU-Kartell-Klage
622 Mio. EUR Strafe gegen Badezimmer-HerstellerIn 6 EU-Ländern haben die Bürger für Badewannen, Sanitärkeramik & Co. jahrelang zu viel bezahlt. 17 Unternehmen im Sanitär-Bereich wurden von der EU Wettbewerbsbehörde nun zu über 622 Mio. EUR Strafzahlungen verdonnert. Auch 2 österreichische Unternehmen sind dabei. Die Frage, warum die Preise für Sanitärkeramik, Badewannen & Co. oft erhöht schienen, dürfte für viele Konsumenten nun beantwortet sein. D, A, I, F, NL betroffen „Diese 17 Unternehmen haben Preise für Bäder, Waschbecken, Armaturen und andere Badezimmer-Utensilien 12 Jahre lang in sechs Ländern abgesprochen. Das Kartell hat Betrieben wie Bauunternehmen und Installateuren, aber letzten Endes auch zahlreichen Familien geschadet“, erklärte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in einer Aussendung. Es handle sich um „sehr schwere Verstöße“ gegen das EU-Recht. Betroffen sind Verbraucher auch in Österreich, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Italien Strafzahlungen Die Höhe der Bußgelder für die 16 (der 17) Unternehmen richtet sich u. a. nach deren Umsätzen und sind ganz unterschiedlich. Der US-Hersteller Masco (Hansgrohe, Hüppe) muss keine Strafe zahlen, da er der Kommission als erstes Unternehmen Informationen über das Kartell lieferte. Auch Grohe und Ideal Standard nahmen die Kronzeugenregelung in Anspruch: Für ihre Mitarbeit bei der Aufklärung bekamen sie Rabatte von je 30 % gewährt.
Abgesehen davon erhalten weitere (nicht genannte) Unternehmen Ermäßigungen, da sie in wirtschaftlichen Problemen stecken. Es sei nicht Ziel der Kartellpolitik, den Niedergang von Firmen zu beschleunigen, ließ man dazu seitens der EU verlautbaren. Unabhängig vom EU-Kartellverfahren können Einzelne oder Unternehmen, die von Kartellen geschädigt wurden, vor den Gerichten der Mitgliedstaaten auf Schadenersatz klagen.
EH |
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