12.06.2017
SPANNENDER SIEMENS INFOTAG

Wo die Reise der Energiebranche hinführen kann und wird

300 Besucher kamen am 8. Juni 2017 zum Infotag „The Future of Energy“ in die Siemens City nach Wien. Wichtige Themen der Dezentralisierung und Digitalisierung der Energie(netze) wurden spannend und facettenreich behandelt.

 

Sprachen und informierten über die Zukunft der Energie (v.l.):
Roland Gersch (Technischer Leiter, Prokurist und Mitgründer Caterva GmbH),
Hermann Meyer (Leitung Power and Gas Division CEE und Power Generation Services Division CEE, Siemens), Gerd Pollhammer (Leitung Division Energy Management CEE, Siemens),
Amos Lasker (Vorsitzender MicroGrid Israel), Holger Hackstein (Programm Manager Digitalisierung, Division Power and Gas, Siemens),
Joachim Wiesner (Kaufmännischer Leiter Division Energy Management CEE, Siemens),
Michael Weinhold (CTO Division Energy Management, Siemens).

Bild: Siemens  

Der Wandel der Energiemärkte, das Aufkommen erneuerbarer Energieträger, die zunehmende dezentrale Energieerzeugung, neue Formen der Energieumwandlung und Energiespeicherung sowie die verstärkte Digitalisierung bringen massive Herausforderungen für die Akteure am Energiemarkt. Der Infotag „The Future of Energy“ von Siemens informierte am 8. Juni 2017 in der Wiener Unternehmenszentrale Siemens City 300 Gäste in vielseitiger Art und Weise über die bestehenden (und kommenden) Facetten der Digitalisierung des Energiebereichs („Smart Grid“, „virtuelle Kraftwerke“, „Blockchain“, usw.). Unter dem Motto „Agility in Energy“ wurden digitale Lösungen und innovative Geschäftsmodelle im Bereich Stromversorgung präsentiert. Hier ein kleiner Auszug jener Themen, die u.a. behandelt wurden.

Energiemärkte-Wandel: Herausfordernd und spannend zugleich
Gleichzeitig bieten sich durch die neuen Technologien große Chancen, um Stromversorgung abzusichern und, intelligente und digitale Lösungen sowie innovative Geschäftsmodelle umsetzen zu können. Das Stromnetz muss automatisiert und zu einem Smart Grid ausgebaut werden, um die Versorgungssicherheit hoch zu halten und die Stromversorgung in der gewohnten Qualität auszubauen. Ein wesentlicher Faktor wird dabei für den Erfolg immer wichtiger: Agilität im Energiegeschäft.
Am Podium sprachen dazu neben zahlreichen Siemens-Experten unter anderem Andreas Eigenbauer (Vorstand E-Control Austria), Michael-Viktor Fischer (Geschäftsführer SMATRICS GmbH & Co KG), Roland Gersch (CTO und Mitgründer Caterva GmbH), Amos Lasker (Vorsitzender MicroGrid Israel), Karl Schoaß (KNG-Kärnten Netz GmbH), Michael Sponring (Leiter Power & Utilities PwC Austria), Franz Strempfl (Geschäftsführer Energienetze Steiermark GmbH) und Franz Winterauer (Vice President Analytics, Omnetric GmbH). Christine Theiss, Profi-Weltmeisterin im Vollkontakt-Kickboxen, Doktorin der Medizin und TV-Moderatorin sprach in ihrer Keynote darüber, woher sie die Energie für ihre Herausforderungen nimmt.

Intelligente Stromnetze auf dem Vormarsch
Siemens Österreich beteiligt sich an zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Demonstrationsprojekten, die darauf abzielen, Einzellösungen zu einem effizienten Energiesystem zu verbinden und so die Energiewende voranzutreiben. Aktuelle Smart Grid Forschungsprojekte werden in Wien, Burgenland, Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark durchgeführt. Produkte, Lösungen und Services von Siemens für Schutz, Automatisierung, Planung, Steuerung, Monitoring und Diagnose der Netzinfrastruktur tragen zur aktiven Gestaltung der Energiezukunft bei.

Blockchain Systeme
Was als „Blockchain“ angesehen wird bzw. angesehen werden kann, ist noch nicht einheitlich festgelegt. Eine Definition lautet: Eine Blockchain kann als elektronisches Register für digitale Datensätze, Ereignisse oder Transaktionen, die durch die Teilnehmer eines verteilten Rechnernetzes verwaltet werden. Die Kryptowährung Bitcoin, Smart Contracts, dezentral-autonome Organisationen, selbsterfüllende Verträge, dezentrale Buchungssysteme für Finanzen/Energie/Industrie/Mobilität/....wären und sind praktische Beispiele.
Blockchain-Systeme und -Anwendungen werden immer wichtiger, und zwar auch, um die Versorgungsqualität der Stromnetze abzusichern.
So arbeitet Siemens beispielsweise mit dem New Yorker Start-up LO3 Energy zusammen. Ziel der Kooperation ist die gemeinsame Entwicklung von Microgrids, die einen lokalen Energiehandel auf Basis der Blockchain-Technologie ermöglichen. Derzeit wird gemeinsam eine Lösung für ein blockchain-basiertes Microgrid im New Yorker Stadtteil Brooklyn erarbeitet. Es ist das weltweit erste seiner Art und bildet die Basis für weitere Microgrid-Projekte auf der ganzen Welt.

Wasserstoffspeicherung: Eine Schlüsseltechnologie für die Energiezukunft
Die nachhaltige Erzeugung von Strom gewinnt weltweit vor dem Hintergrund knapp werdender Ressourcen an Bedeutung. Mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien soll unter anderem der CO2-Ausstoß deutlich verringert werden. Eine der Herausforderungen ist es, überschüssige Wind- und Sonnenenergie aufzunehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Siemens hat ein Elektrolysesystem auf Basis der PEM (Proton Exchange Membrane)-Technologie entwickelt, das es durch die Umwandlung von elektrischem Strom in Wasserstoff ermöglicht, große Energiemengen aufzunehmen und zu speichern. Das Elektrolysesystem ist bereits in mehreren Projekten erfolgreich im Einsatz und wird kontinuierlich von Siemens weiterentwickelt. Der gewonnene Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar, beispielsweise als Grundstoff in der Industrie, als Treibstoff in der Mobilität und als Energieträger bei der Strom- und Gasversorgung. Weltweit werden jährlich über 500 Mrd. Kubikmeter Wasserstoff verbraucht, von denen bislang über 95 % durch einen CO2-lastigen Gasreformierungsprozess hergestellt werden. Mit Wasserstoff aus Elektrolyse kann dieser CO2-lastige Wasserstoff ersetzt werden, wodurch sich die Emissionsbilanz von industriellen Prozessen stark verbessern lässt. Erfolgt die Elektrolyse mit Strom aus regenerativen Quellen, ist die Wasserstofferzeugung zudem nahezu klimaneutral.

Kompetenzzentrum in Wien für herausfordernden Kraftwerksausbau
Dass in Zukunft nicht nur digitale, sondern weiterhin auch handfeste Fähigkeiten gefragt sind, veranschaulicht „Industrial Power Plant Solutions“ bei Siemens Österreich.
Drei bestehende Wärmekraftwerke des staatlichen bolivianischen Energieversorgers ENDE Andina SAM werden erweitert und modernisiert bzw. zu Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerken ausgebaut. Einen entsprechenden Auftrag hatte sich Siemens im Mai 2016 gesichert. Der Gesamtwirkungsgrad der drei Anlagen wird, je nach Höhenlage, von derzeit rund 38 % deutlich auf rund 54 % verbessert. Die Stromerzeugungsleistung der GuD-Kraftwerke Termoelectrica del Sur, Termoelectrica de Warnes und Termoelectrica Entre Rios wird durch die Erweiterung bis Ende 2019 um mehr als ein Gigawatt erhöht. Damit erweitert Bolivien seine Stromerzeugungskapazität um rund %. Die gesamte Projektabwicklung inklusive Projektmanagement, Logistik und Engineering erfolgt durch die Einheit Industrial Power Plant Solutions bei Siemens Österreich.
Das Projekt ist eine logistische Herausforderung. Im gesamten Verlauf werden insgesamt rund 400 Schwertransporte auf dem 1.800 km langen Landweg von Chile zu den Baustellen in Bolivien die Anden auf knapp 4.700 m Seehöhe überqueren.

Digitalisierung ist ein wesentlicher Teil der Energiewelt,
auch bevor der erste Strom fließt.
Kraftwerke oder Transformatoren werden virtuellen geplant und
optimiert. In der Portfolio Ausstellung beim Siemens Infotag
„The Future of Energy“ 2017 konnten mehrere
Virtual Reality Anwendungen ausprobiert werden.

Bild: Siemens  

 

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