04.07.2013
Wohnen, Arbeiten und viel Grün

Kooperatives Planungsverfahren für Neu Leopoldau abgeschlossen

Mit einem Informationsabend wurde Ende Juni eines der ersten und vor allem größten kooperativen Planungsverfahren Wiens abgeschlossen. Das Ergebnis ist ein städtebaulicher Entwurf für Neu Leopoldau in Wien-Floridsdorf bei der Siemensstraße.

Auf einem Areal von 13,5 Hektar werden ab 2016 Wohnungen, Gewerbeflächen und viel Grünraum rund um zahlreiche denkmalgeschützte Bauten entstehen.

Neben ExpertInnen aus der Stadtplanung, der Verkehrsplanung sowie der Landschaftsplanung, ArchitektInnen, dem Bundesdenkmalamt und politischen Entscheidungsträgern nahmen auch drei von den AnrainerInnen gewählte VertreterInnen am Planungsverfahren teil. Entsprechend groß ist der Zuspruch zum nun vorgestellten Konzept, das gemeinsam von der Wiener Stadtentwicklungsgesellschaft, einem Tochterunternehmen der Wien Holding, und der Wien Energie Gasnetz GmbH umgesetzt wird.

Gelungene Mischung aus Wohnen und Arbeiten

Im Süden des Areals Richtung Thayagasse wird es rund um die 17 denkmalgeschützten Gebäude einen öffentlichen Bereich mit viel Grün geben. Die Marischkaallee wird verlängert bis zu einem öffentlichen, rund 9.000 m2 großen Park. Dahinter werden bis zu 1.400 Wohnungen entstehen und rund 70.000 m2 Fläche für gewerbliche Nutzung verbleiben. Das gesamte Areal wird verkehrsberuhigt, für die Fahrzeuge der BewohnerInnen und NutzerInnen werden in den Randlagen Garagen errichtet. Die Belastung der Umgebungsstraßen soll durch ein extra erarbeitetes Verkehrskonzept und eine bessere Anbindung des Areals an das öffentliche Verkehrsnetz so gering wie möglich gehalten werden.

„Auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks wird mit diesem Entwurf eine gelungene Mischung aus Wohnen und Arbeiten in Floridsdorf entstehen. Wien wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Hier wird nun ein Lebensraum sowohl für die künftigen BewohnerInnen und NutzerInnen als auch für die jetzigen AnrainerInnen gebaut, der neue Impulse – auch wirtschaftlicher Natur – im Nordosten Wiens setzen wird“, freut sich Vizebürgermeisterin Renate Brauner über die vorliegenden Pläne.

„Dieses Projekt ist beispielhaft für einen erfolgreich durchgeführten Planungsprozess. Eingebunden wurden ExpertInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, politische EntscheidungsträgerInnen aus Stadt und Bezirk sowie allen voran die AnrainerInnen. So ist ein außergewöhnliches städtebauliches Konzept entstanden, das Grundlage für einen neuen, belebten Stadtteil ist“, sagt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou anlässlich der Präsentation des Ergebnisses.

v.l.n.r.: Heinz Lehner, Bezirksvorsteher Floridsdorf; Christoph Chorherr, Gemeinderat; Stefan Lagler, AnrainerInnenvertreter; Stephan Barasits, GF Neu Lepoldau Entwicklungs GmbH; Hans Holler AnrainerInnenvertreter; Peter Ruso, GF Neu Leopoldau Entwicklungs GmbH
Bild: Eva Kelety  


Breite Beteiligung aller Interessensgruppen

„Für den Bezirk ist dieses kooperative Planungsverfahren eine Win-Win-Situation. Durch die Einbindung aller Interessengruppen und einer breiten Beteiligung von Fachleuten sollen Ergebnisse erzielt werden, mit denen eine große Mehrheit zufrieden ist. Das ehemalige Gaswerk Leopoldau wird ein wichtiger und lebendiger Teil unseres Bezirks werden und wir freuen uns schon auf die Umsetzung dieses Projekts, in dem die Anrainer von Beginn an eingebunden sind“, sagt Bezirksvorsteher Heinz Lehner.

Wien Holding-Geschäftsführerin Sigrid Oblak freut sich „über diesen gelungenen Prozess, der von unseren Projektleitern und allen Beteiligten mit großem Engagement durchgeführt worden ist. Die positiven Reaktionen der AnrainerInnen zeigen uns, dass wir mit dieser Vorgangsweise auf dem richtigen Weg sind.“ Die Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, Gabriele Payr, betont den historischen Wert des Areals: „Das ehemalige Gaswerk gehört zur Geschichte Wiens. Mit dem Erhalt von 17 alten Gebäuden, der Ausweitung der Grünzonen und der Belebung der restlichen Flächen gelingt es hier, Historie und Zukunft zu einem neuen Ganzen zu vereinen.“

Kooperatives Planungsverfahren

Der Startschuss für das kooperative Planungsverfahren erfolgte im Herbst 2012. Als begleitende Planer wurden von einer neunköpfigen Jury aus 28 BewerberInnen die Teams querkraft architekten, Tillner&Willinger ZT GmbH sowie ABP Arquitectos – Madrid/1:1 Architektur – Wien ausgewählt. Bis Mitte 2014 soll die Flächenwidmung abgeschlossen sein, danach folgen ein kooperativer zweistufiger Bauträgerwettbewerb, die konkrete Planungsphase und schließlich im Jahr 2016 der Baubeginn. Parallel zur Flächenwidmung wird ein Zwischennutzungskonzept entwickelt. Geplant ist auch ein eigenes Verfahren für Baugruppen. Eine Baugruppe ist ein Zusammenschluss von Menschen, die selbstbestimmt und eigenverantwortlich ein gemeinsames Gebäude errichten und dort wohnen und gegebenenfalls auch arbeiten.

 

www.wse.at
www.wienholding.at