30.09.2014
KMU Forschung Austria

Konjunkturbericht Gewerbe und Handwerk stimmt nachdenklich

Die Konjunkturbeobachtung im Gewerbe und Handwerk von KMU Forschung Austria für das 1. Halbjahr 2014 bzw. das 3. Quartal 2014 stimmen nachdenklich. Auch der Ausblick der Unternehmen auf das 4. Quartal ist weniger erfreulich.

Die Konjunkturbeobachtung im Gewerbe und Handwerk wird von der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte und Landessparten Gewerbe und Handwerk durchgeführt.
Die Ergebnisse der Konjunkturbeobachtung im 3. Quartal 2014 basieren auf den Meldungen von 3.696 Betrieben mit 61.835 Beschäftigten. Und diese Ergebnisse stimmen nachdenklich, wie die Zahlen verdeutlichen.

Auftragseingänge/Umsätze, Entwicklung im 1. Halbjahr 2014
Im Durchschnitt sind die Auftragseingänge bzw. Umsätze im 1. Halbjahr 2014 gegenüber dem 1. Halbjahr 2013 wertmäßig um 2,4 % gesunken!
● 14 % der Betriebe meldeten Steigerungen um durchschnittlich 14,0 %,
● bei 58 % der Betriebe lagen die Auftragseingänge auf Vorjahresniveau und
● 28 % der Betriebe verzeichneten Rückgänge um durchschnittlich 17,1 %.
Das Gewerbe und Handwerk hat sich damit schlechter entwickelt als andere Sektoren der österreichischen Wirtschaft (Handel: -0,5 %; Dienstleistungen: +1,0 %).
Besonders betroffen ist davon nahezu der gesamte Bau- und Baunebensektor.

Geschäftslage im 3. Quartal 2014
Und auch im dritten Quartal hat sich das Stimmungsbarometer weiter verschlechtert, Betriebe mit schlechter Geschäftslage finden sich im Bereich Bau, bei den chemischen Gewerben, Konditoren, Kfz-Technikern und Installateuren. Im 3. Quartal 2014 beurteilen
● 18 % der Betriebe die Geschäftslage mit „gut“' (Vorjahr: 21 %),
● 54 % mit „saisonüblich“' (Vorjahr: 58 %) und
● 28 % der Betriebe mit „schlecht“' (Vorjahr: 21 %).
Im Vergleich zum Vorquartal hat sich das Stimmungsbarometer verschlechtert.

Erwartungen für das 4. Quartal 2014
Für das 4. Quartal 2014 erwarten
● 14 % der Betriebe (Vorjahr: 17 %) steigende Auftragseingänge bzw. Umsätze gegenüber dem 4. Quartal des Vorjahres
● 62 % keine Veränderung (Vorjahr: 66 %) und
● 24 % Rückgänge (Vorjahr: 17 %).
Per Saldo (Anteil der Betriebe mit positiven abzüglich negativen Erwartungen) überwiegen im Hinblick auf die Entwicklung im 4. Quartal die pessimistischen Einschätzungen um 10 %-Punkte.

Personalplanung
Für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2014 beabsichtigen
● 81 % der Betriebe, den Personalstand konstant zu halten und
● 11 % der Betriebe, den Beschäftigtenstand um durchschnittlich 13,8 % zu erhöhen,
● 8 % der Betriebe, die Zahl der Mitarbeiter/innen um durchschnittlich 18,4 % zu verringern.

Im Durchschnitt ergibt sich daraus keine Veränderung des Beschäftigtenstandes. Der Personalbedarf liegt damit unter dem Niveau des Vergleichsquartals des Vorjahres.
„Trotz dieser widrigen Umstände und pessimistischen Einschätzungen wird das Gewerbe und Handwerk seinen Beschäftigtenstand halten. Die Position als Arbeitgeber Nummer 1 ist dadurch nicht gefährdet", betonte Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria, bei der Pressekonferenz der WKO/Bundessparte Gewerbe und Handwerk (WKO/bsgh) am 30. September 2014. Die WKO/bsgh fordert Maßnahmen gegen diese Konjunkturflaute (siehe Meldung auf www.hlk.co.at).

„Trotz der widrigen Umstände und
pessimistischen Einschätzungen wird das
Gewerbe und Handwerk seinen Beschäftigtenstand
halten“, betont Walter Bornett, Direktor
der KMU Forschung Austria.

Bild: HLK  

wko.at/bsgh
www.kmuforschung.ac.at