20.06.2013
Baukonzern

Insolvenzverfahren bei Alpine

Die Rettung de Baukonzerns Alpine ist gescheitert – von einem Insolvenzverfahren ist auszugehen. In Österreich wackeln tausende Jobs. Die Pleite könnte sich auch negativ auf Subunternehmen auswirken.

„Trotz beträchtlicher Unterstützung der finanzierenden Banken und intensiven Bemühungen des Eigentümers ist es wider erwarten nicht gelungen, die Alpine Gruppe außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu sanieren. Die Geschäftsführung der Alpine Bau GmbH bereitet daher ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung vor und wird die Verfahrenseröffnung umgehend beantragen. Auf Grund dieser Entwicklungen ist von einem Insolvenzverfahren der Alpine Holding GmbH auszugehen“, teilte das Unternehmen via Aussendung am 18.6.2013 mit.

Derzeit wird geprüft, ob und wie die gesunden Unternehmensteile der Alpine fortgeführt werden können. Die Alpine, die Teil des spanischen Mutterkonzerns FCC ist, beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter. Die Alpine soll Schulden von rund 1,9 Mrd. Euro haben.
Sorge bereitet zudem die Tatsache, dass mit dem Alpine-Konzern rund 1.400 weitere Unternehmen verwoben sind – diese könnten durch Insolvenz des Konzerns ebenfalls in finanzielle Schieflage geraten, wodurch tausende weitere Arbeitsplätze gefährdet wären.

„Reparaturmaßnahmen eingeleitet"

Österreichs Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat 19.6.2013 zusammen mit dem Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Johannes Kopf und Alpine Zentralbetriebsrat Hermann Haneder den Stand der Dinge in Sachen Insolvenzverfahren beim Bauunternehmen Alpine erläutert. „Wir haben zusammen alle Reparaturmaßnahmen eingeleitet. Alle Instrumente, die mir zur Verfügung stehen, werden auch angewendet. Wir müssen aber auf die Bestellung des Masseverwalters und seine Vorgehensweise warten“, erklärte Hundstorfer.
Mittlerweile stehe fest, dass 4.905 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Alpine Bau GmbH betroffen sind, davon auch ein kleiner Teil im Ausland. „Ich gehe auch davon aus, dass das so bleibt. Sorgen machen uns allerdings die vielen Zulieferfirmen. Aber auch bei den Zulieferfirmen können wir aktuell nicht sagen, bei wie vielen die Alpine Hauptauftragnehmer ist“, führte der Arbeitsminister aus.
Weiters sei der aktuelle Stand, dass die Angestellten ihr Maigehalt ordnungsgemäß bekommen hätten, sowie die Arbeiterinnen und Arbeiter am 15. Juni das letzte Mal bezahlt worden seien. Somit seien der aktuelle Lohn und das Urlaubsgeld ausständig. Durch das Frühwarnsystem seien alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die nächsten 30 Tage vor Kündigung geschützt.
Danach werden die jeweiligen Kündigungsfristen für Arbeiter und Angestellte schlagend, erst dann würden die Menschen arbeitslos werden. In der verbleibenden Zeit werde man sich gemeinsam mit dem Masseverwalter, der morgen bekannt gegeben wird, intensiv um eine Lösung bemühen. Für jene, die nicht unmittelbar wieder in Arbeit vermittelt werden können, stehen acht Arbeitsstiftungen in den Bundesländern zur Verfügung.

Baustellen teilweise weitergeführt?
Bei dem Treffen zwischen Masseverwalter Stephan Riel und Alpine-Chef Arnold Schiefer soll (laut ORF) geklärt werden, was mit den Baustellen der Alpine passiert. Denn momentan stehen einige Baustellen still, da mehrere Lieferanten wegen der Insolvenz der Alpine keine Aufträge ausführen.  

 

www.alpine.at