27.09.2012
"Erneuerbare Energie Österreich"

EEÖ fordert von der E-Control mehr Unterstützung für die Energiewende

Morgen feiert die Regulierungsbehörde E-Control Austria das 10-Jahresjubiläum der Gasmarktliberalisierung. Der Dachverbande „Erneuerbare Energie Österreich" fordert in diesem Zusammenhang, dass die E-Control die Energiewende stärker unterstützen sollte.

Die Aufgabe des Regulators ist es, den Wettbewerb zu stärken und „sicherzustellen, dass dieser unter Berücksichtigung der Vorgaben der Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit funktionieren kann". Eines der obersten Ziele ist, Erdgaskunden durch Information zu einem „regelmäßigen" Gasanbieterwechsel zu bewegen. Aufgrund des verstärkten Wettbewerbs sollten dadurch die Erdgaspreise sinken.

Die Bilanz der vergangenen zehn Jahre zeigt aber folgendes Bild: Die Erdgaspreise sind verglichen mit Oktober 2002 um 55 % gestiegen. Auch die durchschnittliche Wechselrate der Gaskunden zwischen 2003 und 2011 liegt bei enttäuschenden 0,8 %. „Die vom Strom- und Gaskunden finanzierte E-Control – mit einem kolportierten Jahresbudget von über 20 Millionen Euro – und gleichzeitig selbsternannte Hüterin der niedrigen Energiepreise hat die angepriesen Ziele bei weitem nicht erreicht", erklärt Josef Plank, Präsident des Dachverbandes „Erneuerbare Energie Österreich".

Josef Plank, Präsident des Dachverbandes „Erneuerbare Energie Österreich" fordert Unterstützung für die Energiewende
Bild: Weka  

„Statt regelmäßig nur die erneuerbaren Energien zu kritisieren, sollte die E-Control die Energiewende unterstützen und fördern. Eine Gesamtbewertung der Energieverfügbarkeit und des Klimaschutzes würde zum Schluss führen, dass unsere Zukunft in regionalen, nachhaltig bereitgestellten und CO2-freien Energiequellen liegt. Fossile Energieträger werden langfristig teurer. Die Erdgas-Versorgungssicherheit aus Russland oder Norwegen wird sich weder erhöhen, noch wird die Abhängigkeit der Preisbindung an die Erdölpreise komplett unterbunden. Auch das neue Gasmarkt-Modell wird daran nichts ändern", erklärt Plank.

Im direkten Energieträgervergleich ist die feste Biomasse weiterhin um rund 50 % günstiger als Erdgas. Im September muss ein Neukunde 8,62 Cent/kWh für Erdgas berappen, wohingegen Waldhackgut 3,48 Cent/kWh und Pellets 4,65 Cent/kWh kosten. Der Vergleich zum noch kostspieligerem Heizöl (10,05 Cent/kWh) verdeutlicht zusätzlich den Preisvorteil. „Österreichische Biomasse-Kesselhersteller stehen an der Weltspitze und sind Vorbild für andere. Auch jeder einzelne Bürger leistet mit einer Biomasse-Heizung seinen Beitrag zum Klimaschutz. Die steigende Beliebtheit des Heizungssystems spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen wider. Nach einigen Gesprächen mit den österreichischen Kesselherstellern bahnt sich heuer ein neuer Absatzrekord an", erklärt Dr. Horst Jauschnegg, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes.

www.erneuerbare-energie.at