12.07.2013
KÄLTEMITTEL

Das Neueste zu den F-Gasen

Europäische Abgeordnete schießen über das Ziel hinaus und scheren sich nicht darum, wer die Rechnung bezahlt, meint EPEE jüngst in einer Aussendung. Grund des Anstoßes: Das Agieren der EU-Abgeordneten beim Thema F-Gase bzw. Kältemittel.

Im Juni 2013 hat der Umweltausschuss im Europaparlament über Rundumverbote von F-Gasen in Wärmepumpen, Kälte- und Klimaanwendungen abgestimmt.
Der Ausschuss fordert die Nutzung von F-Gasen in neuen Klimaanlagen und Kühlschränken bis 2020 zu verbieten, und zwar dort, wo sichere, energieeffiziente und kosteneffektive Lösungen möglich sind.
Der gesamte Verbrauch der F-Gase in der EU soll bis 2030 um 84 % verringert werden. Zwischen 2015 und 2020 soll der Gebrauch von F-Gasen in denjenigen Bereichen allmählich reduziert werden, wo eine sichere, energie- und kosteneffiziente Alternative vorhanden ist. Des Weiteren sieht der Ausschuss Strafzahlungen für die Nutzung von F-Gasen und ein Exportverbot vor. Konkret wurden 10 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent des entsprechenden Kältemittels/HFCs vorgeschlagen.

EPEE protestiert
Die Industrie hat von Anfang an ehrgeizige Ziele unterstützt, um den F-Gase Verbrauch um 65 Prozent bis 2030 zu reduzieren, ohne dabei Umweltziele und Kosteneffizienz aus dem Auge zu verlieren. Wir sind mehr als enttäuscht, dass sich der Umweltausschuss im Parlament für Verbote im Hauruckverfahren entschieden hat und dafür extrem hohe Kosten in Kauf nimmt“, so Andrea Voigt vom European Partnership for Energy and the Environment (EPEE, www.epeeglobal.org ), welche die Interessen der Kälte- Klima und Wärmepumpenindustrie in Europa vertritt.
Die EPEE Mitglieder (30 Mrd. Euro Umsatz, über 200.000 Beschäftigte) setzen alle möglichen Kältemitteltypen ein, sei es HFKWs oder halogenfreie Kältemittel. Das perfekte Kältemittel gibt es allerdings leider nicht. Daher müssen Gesetze flexibel genug sein, um den zahlreichen Technologien und Anwendungsbereichen gerecht zu werden. Ein Phase-Down erfüllt diese Anforderungen, Verbote jedoch nicht.
Tatsächlich würde ein F-Gase-Verbot in Teilbereichen zum Gegenteil dessen führen, was damit bezweckt wird, nämlich CO2-Emissionen zu vermeiden. Denn entscheidend ist nicht nur das Kältemittel, sondern vielmehr noch der Energieverbrauch eines Klima- oder Kältegerätes über die ganze Lebensdauer. Und hier kann es – je nachdem um welchen Einsatzfall oder Gerät es sich handelt –zum gegenteiligen Effekt kommen, dass mit einem umweltfreundlicheren Kältemittel nämlich mehr CO2 emittiert wird!‘
Die Abstimmung im Umweltausschuss des Europaparlaments ist ein Mosaikstein im europäischen Gesetzgebungsprozess. Die nächsten Schritte liegen nun in der Hand aller drei Institutionen, d.h. des Rates, der Kommission und des Parlaments.

F-Gas-Letztstand bei Klima-Kälte-Tag
Andrea Voigt wird beim Klima-Kälte-Tag der HLK, der am 17. Oktober 2013 in Wien stattfindet, über den Letztstand zur F-Gase-Verordnung referieren. Details zur Veranstaltung finden sich im Internet – dort kann man sich auch anmelden.

Auch das Thema F-Gase
wird beim Klima-Kälte-Tag
behandelt.
   

www.hlk.co.at/klimakaeltetag