12.03.2010
Energiestrategie Österreich
EU-Energie- und Klimaziele erreichbar machen
Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner sowie Umweltminister Nikolaus Berlakovich haben am Donnerstag, den 11. März, die Eckpunkte der künftigen "Energiestrategie Österreich" der österreichischen Bundesregierung präsentiert.
Die Energiestrategie ist auf drei Säulen aufgebaut: der Steigerung der Energieeffizienz, dem Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Sicherstellung der Energie-Versorgungssicherheit. Diese Ziele können durch mehrere wichtige Eckpunkte der Strategie erreicht werden.
Gebäudesanierung
Die größten Einsparpotenziale bestehen im Gebäudebereich. Bei zwei Drittel aller Wohnungen in Österreich (3,5 Mio.) besteht ein Sanierungsbedarf. Daher ist es ein konkretes Ziel der Energiestrategie, dass die Sanierungsrate von derzeit 1,2 % bis zum Jahr 2020 auf drei Prozent steigt. Derzeit werden jährlich 40.000 Gebäude saniert, bis 2020 sollen es 110.000 jährlich werden. Dadurch wären 2020 rund 700.000 bzw. 20 % der Wohnungen saniert. Parallel dazu soll ein vielfältiges Energieeffizienz-Paket für die Wirtschaft (etwa durch die Einführung von Energiemanagement-Systemen und betrieblichen Energiekonzepten) erarbeitet werden.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energie fußt auf einer stärkeren Nutzung der Biomasse zur Wärmegewinnung. Im Bereich des erneuerbaren Stroms soll die Wasserkraft bis zum Jahr 2015 um 12,6 PJ ausgebaut werden, die Windkraft bis zum Jahr 2020 verdoppelt werden (plus 10 PJ) und die gebäudeintegrierte Photovoltaik vorangetrieben werden. Schon jetzt liegt Österreich bei der Nutzung erneuerbarer Energieträger im EU-Vergleich hinter Schweden, Lettland und Finnland an vierter Stelle. Mitterlehner erwartet, dass für die Umsetzung der Strategie sowie die Nutzung ihrer Chancen rund 700 bis 1.000 Mio. EUR pro Jahr notwendig sein werden.
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Heinz Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes: "Aus Sicht des Österreichischen Biomasse-Verbandes ist es vor allem wichtig, dass aus der Fülle der guten Vorschläge einige Leitideen herausgehoben werden, die mit oberster Priorität umgesetzt werden. Dazu zählt an erster Stelle eine Kohlendioxidabgabe auf alle fossilen Treib- und Brennstoffe, die zweckgebunden verwendet wird. An zweiter Stelle steht die Ausarbeitung eines neuen Ökostromgesetzes, das auch den maßvollen Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse und Biogas sichert. Dies ist mit den aktuellen Regelungen nicht gegeben."
VEÖ-Generalsekretärin Barbara Schmidt: "Die heute vorgestellte Strategie bietet eine gute Ausgangsbasis für einen langfristigen Strukturwandel des Energiesystems. Die wichtigsten Ansatzpunkte wurden klar erkannt und auch thematisiert, wie beispielsweise der Ausbau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und die Bedeutung eines modernen und leistungsfähigen Leitungsnetzes."
Hans Kronberger, PHOTOVOLTAIC AUSTRIA Federal Association (PVA): "Wir brauchen keine Schmeicheleien über die Qualität der Technik, sondern wirksame Entwicklungsmaßnahmen! Das gesamte Konzept zielt auf eine Erhöhung der Mineralölsteuer ab, diese Maßnahme allein ist aber noch keine Energiestrategie."
WKÖ-Präsident Christoph Leitl: "Mit der neuen Energiestrategie haben Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich die langjährige Forderung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) nach einem Masterplan für die österreichische Energie- und Klimapolitik aufgegriffen. Dringend geboten und angesichts der schwierigen Wirtschaftslage ein Turbo für Wachstum, Beschäftigung und Umweltschutz sind die Fortführung der erfolgreichen Offensive zur thermischen Gebäudesanierung auf Bundesebene sowie die Forcierung von Energieberatung und Energiemanagement für Betriebe und Haushalte."
AK-Direktor Werner Muhm: "Kolportierte Vorschläge wie die Erhöhung der Mineralölsteuer sind nur bei einer umfassenden Steuerreform zu diskutieren. Dabei muss generell der Faktor Arbeit entlastet werden und es geht keinesfalls ohne Ausgleich für die Pendler. Die so lange streng geheim gehaltenen Ergebnisse der Energiestrategie sind weit entfernt vom ursprünglich angekündigten Ziel einer koordinierten Energie-Gesamtstrategie."
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www.energiestrategie.at
rhu