03.09.2017
EXPERTENBEFRAGUNG

Welcher Haustyp hat die besten Marktaussichten?

Das klimaaktiv Haus überholt erstmals das Passivhaus: Letzteres hat laut Expertenmeinung trotz anhaltend hoher Bekanntheit zunehmend schlechtere Marktaussichten. Aber welcher Haustyp hat die besten Marktaussichten?

Das Niedrigstenergiehaus wird in den kommenden Jahren im Markt dominieren oder zumindest zulegen: Es bekommt von 226 Befragten in der „Expertenbefragung Zukunft Bauen“ die Note 1,99 und hat damit die besten Marktaussichten.
Dann folgen das Niedrigenergiehaus (2,22), Nullenergiehaus (2,44) und klimaaktiv Haus (2,45). Das Passivhaus teilt Rang fünf mit dem Plusenergiehaus (2,61) und liegt erstmals hinter dem klimaaktiv Haus.


Ranking, welcher Haustyp am Markt
dominieren bzw. zunehmen wird.

Bild:Expertenbefragung Zukunft Bauen


‚Das Passivhaus wird dominieren / zunehmen‘ (= grüner Bereich) bejahen nur noch 47,9 % – 2011 waren es 76,9 %. Offen bleibt die Frage, ob Nullenergie- und Plusenergiehaus nicht ohnehin bauphysikalisch Passivhäuser sind.
Ist das klassische Passivhaus also ein „Auslaufmodell“ geworden? An der Bekanntheit liegt es jedenfalls nicht − die ist über die Jahre unverändert: Das Passivhaus findet sich heuer mit Note 1,54 zwischen Niedrigenergiehaus und Niedrigstenergiehaus (1,41 und 1,82), dicht gefolgt vom klimaaktiv Haus (1,98).
Die Zeitreihen für die Marktaussichten zeigen klare Tendenzen: Niedrigstenergiehaus und Niedrigenergiehaus legen fast parallel zu – seit 2015 auch das klimaaktiv Haus. Nullenergiehaus und Plusenergiehaus verlaufen fast gleichbleibend, das Passivhaus hingegen zeigt einen signifikanten Abwärtstrend (wie auch das 3-Liter-Haus, das außerhalb der dargestellten Skala liegt)).

Die Zeitreihen für die Marktaussichten.

Bild: Expertenbefragung Zukunft Bauen

 

Hintergrundinfo zur Expertenbefragung Zukunft Bauen 2017
Die Expertenbefragung „Zukunft Bauen“ begleitet die Einführung der EU Gebäuderichtlinie [EPBD:2010] seit 2011. „Zukunft Bauen“ wurde von Unternehmensberater Mag. Siegfried Wirth als Dienstleistung für die Baubranche entwickelt. Interessensvertretungen, Verbände und andere Organisationen unterstützen das Projekt durch Einladung ihrer Mitglieder und Partner. Dauerthemen sind Bekanntheit und Marktaussichten von Gebäudekonzepten sowie zukünftigen Herausforderungen für die Baubranche. Die jährlich wechselnden Hauptthemen werden jeweils in Abstimmung mit den Co-Auftraggebern festgelegt. Anlass für das Hauptthema 2017 war bzw. ist die neu aufgelegte Brancheninitiative Bauforschung 2020.
Die Vielfalt der Gebäudekonzepte war Ausgangspunkt und bleibt anhaltend wichtiges Thema. Die Fragen richteten sich an 226 Expertinnen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau.

www.expertenbefragung.com